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Helmut Bauer klopft an die Tür zum Segelflug-Olymp Drucken E-Mail

Nach Rekordflug von 1855,01 km schafft der 61-jährige Weinheimer das 1750er FAI-Diplom

Ridge Soaring /Pennsylvania. Seit April hat der Weinheimer Segelflieger Helmut Bauer wieder seine Zelte bis August in den USA aufgeschlagen. Zum Ziel 2010 hat sich das Mitglied des LSV Weinheim das 1750er FAI-Diplom gesetzt. Nach seinen bisherigen großen Erfolgen in den USA, am 19. Mai 2008 fliegt er erstmals die Strecke von 1278,8 km und schafft damit das 1250er Diplom als Zehnter von insgesamt 14 Piloten weltweit.

Helmut Bauer im Glück ...

Fast auf den Tag genau, am 10. Mai 2009 legt er mit seinem 1507 km-Flug den Grundstein für das 1500er Diplom, das mit ihm nur sechs Piloten weltweit besitzen.

Fast auf den Tag genau, am 10. Mai 2009 legt er mit seinem 1507 km-Flug den Grundstein für das 1500er Diplom, das mit ihm nur sechs Piloten weltweit besitzen. Und schon 2009 fasste er den Entschluss, in diesem Jahr die vorletzte Stufe vor dem 2000er, das 1750er Diplom der FAI (Federation Aeronautique International) zu erfliegen . Dies gelang bisher nur zwei Piloten: am 17. Dezember 2004 dem Deutschen Dieter Memmert (1752,8 km) und am 19. November 2001 dem Brasilianer Luiz Ernino De Moraes (1893,6 km).

In Pennsylvania, der ersten Station auf seiner Amerikareise, auf seinem Basis-Flugplatz Ridge Soaring, waren die Tage im April nur zum Einfliegen. „Das Wetter ließ zunächst keine großen Flüge im Appalachen Gebirge zu. Auf den Tag X, wenn man große Strecken fliegen will, muss man unter Umständen drei Wochen warten können und sich in Geduld üben“, meinte Helmut Bauer.

Am Vortag des 9. Mai meldet der Wetterdienst ausgezeichnete Windverhältnisse bis nach Tennessee. Zusammen mit drei seiner Freunde auf dem Flugplatz, die 2000 km anmelden, musste Helmut gezwungenermaßen auch die Strecke von 2000 km deklarieren, obwohl sein Ziel für dieses Jahr „nur“ die 1750 km sind. Bei seinem Hochleistungsflugzeug, der Ventus 2cxM entscheidet er sich für die 15 Meter Variante, muss so auf den Eigenstart verzichten und sich auf 500 m Höhe schleppen lassen. Um 7:27 Uhr hat er seinen Abflugpunkt Milesburg bei niedriger Wolkenuntergrenze und Regenschauer auf der Route erreicht. Das Wetter bis zum ersten Wendepunkt wird immer besser. In der Nähe der New Creek Mountains findet er einen sensationellen Wellenaufwind und kann innerhalb von sechs Minuten von 1372 Meter mit teilweise 6 m/sec Steigen im Geradeausflug sich auf 3127 Meter hochkatapultieren und das bei Höchstgeschwindigkeiten von 238 km/h. Nach weiteren 30 Minuten ist diese Höhe aus der Welle verbraucht, er fliegt wieder knapp über dem Hang. Um 11:16 Uhr nach 588 km ist die erste Wende mit einer Schnittgeschwindigkeit von 154 km/h umrundet. Die 2. Wende erreicht er um 15:26 Uhr nach weiteren 625 km mit einem Mittel von 150 km/h. Zum Umrunden der 3. Wende findet Bauer nicht die Welle, er muss fast alles am Hang fliegen. Erst um 17:59 Uhr umrundet er nach 390 km die Wende.

1604 km sind geflogen. Um die deklarierte Aufgabe zu erfüllen, fehlen noch ca. 400 km. Bis zum Sonnenuntergang um 20:16 Uhr verbleiben aber nur noch 2:17 Stunden. „Damit ist klar, die Aufgabe die 2000 km-Strecke ist nicht mehr zum erfüllen, zumindest nicht heute“, meint Helmut Bauer lakonisch. Aber das Gute, alle drei deklarierten Wendepunkte sind umrundet und somit fehlen zum 1750er-Diplom nur noch ca. 150 km. Jetzt auf dem 4. Schenkel fliegt Bauer bewusst vorsichtig und landet dann nach 242 km um 19:42 Uhr - nach insgesamt 12:16,34 Stunden und bei einem Schnitt von 151,11km/h - auf dem Flugplatz in Bedford, 100 km südlich seines Startorts am Morgen. 1855,01 km liegen hinter ihm, dem 1750er FAI-Diplom steht nicht mehr im Wege. Herzlichen Glückwunsch!

„Das waren die besten Bedingungen, die ich bisher in den USA hatte. Der Tag hat aber auch gezeigt, dass das 2000er Diplom - das erklimmen des Segelflug-Olymps - nicht einfach, aber möglich ist, wenn alles passt“, so Helmut bei unserem Telefongespräch. Viele fragen sich, wie kann man über 12 Stunden bei Geschwindigkeiten von teilweise 200 km/h in dem schmalen Cockpit so lange hochkonzentriert verbringen. Helmut Bauer bereitet sich mental vor allem mit Sudoku vor. Körperliche Fitness holt er sich beim Mountainbiken oder Radfahren auf dem Hometrainer. pfr.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 24. Juli 2010 )
 

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