Betrachten wir uns doch mal das Cockpit eines modernen Hochleistungsegelflugzeuges genauer.
Moderne Hochleistungssegelflugzeuge besitzen eine Grundinstrumentierung, die für jedes Segelflugzeug Pflicht ist und zudem noch einen sehr komplexen Bordcomputer. Dieser Bordcomputer kann die genaue Position des Segelflugzeuges über Satellitennavigation bestimmen.
Das Cockpit unseres Duo Discus:
Fahrtmesser
Der Fahrtmesser (oben links) misst die Geschwindigkeit des Segelflugzeuges in km/h. Moderne Segelflugzeuge können eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 280 Km/h erreichen! Der Fahrtmesser basiert auf der Messung des Staudruckes und des statischen Druckes (der Luftdruck der Umgebungsluft). Der Gesamtdruck, der sich durch die Geschwindigkeit ergibt, gelangt durch das Staurohr in eine Membrandose. Diese befindet sich in einem abgeschlossen Gefäß, das an den statischen Druck, (der Luftdruck der außen vorherrscht) angeschlossen ist. Da der Gesamtdruck aus Staudruck und statischem Druck besteht, gleicht sich der statische Druck in der Membrandose mit dem statischen Druck der sich außerhalb der Membrandose befindet, aus. Übrig bleibt also nur noch der Staudruck, der für die Geschwindigkeitsmessung relevant ist.
Höhenmesser
Der Höhenmesser (unten rechts) gibt dem Piloten die Höhe an, in der er gerade fliegt. Er basiert auf der Luftdruckabnahme mit zunehmender Höhe. Der statische Druck (der Luftdruck der außen vorherrscht) wird am Flugzeug gemessen und gelangt direkt in einen abgeschlossenen Behälter. In diesem befindet sich eine Membrandose. Diese Membrandose lässt sich unter erhöhtem äußeren Druck zusammendrücken und unter verringertem Druck dehnt sie sich aus. Steigt man also, so nimmt der Luftdruck (der statische Druck) ab und die Membrandose dehnt sich aus, da der Luftdruck in der Membrandose höher ist als der statische Druck, der sich außerhalb der Dose befindet. Sinkt man wieder, so wird die Dose wieder zusammengedrückt. Dieses wird über ein Zeigerwerk im Instrument dargestellt.
Variometer
Das Variometer (oben rechts) zeigt dem Pilot, ob das Flugzeug gerade sinkt oder steigt. Es ist somit das wichtigste Instrument für die Thermik. Zeigt es ein Steigen an, so wird in der Regel eingekurvt, auch kurbeln genannt. Man gewinnt dadurch Höhe, die man im Geradausflug in Flugstrecke umsetzt und dabei diese Höhe wieder verliert. Das Variometer benutzt ebenfalls den statischen Druck und einen Ausgleichsdruck. Es funktioniert ähnlich wie der Höhenmesser. Die beiden unterschiedlichen Drücke sind durch eine Scheibe getrennt und nur durch eine Kapillare (kleiner Spalt) verbunden. Es herrscht also ein Ausgleichsstrom vor und das Sinken oder das Steigen des Flugzeuges wird ohne große Verzögerung auf dem Instrument dargestellt.
Bordrechner
Zu dem "Bordrechner" oder auch Endanflugrechner (unten links) gehört das u.a. das digitale Variometer und ein größeres LCD Display, das die erforderlichen und wichtigen Daten während des Fluges darstellt. Ein solcher Rechner kann z.B. die Position des Segelflugzeuges über Sattelitennavigation bestimmen und kann dadurch immer die kürzeste Entfernung zum jeweiligen Heimatflugplatz berechnen. Aus dem aktuellen Bewegungen der Luft (fallen oder steigen) und der Entfernung zum Zielpunkt kann der Rechner die erforderliche Höhe errechnen, die benötigt wird, um nach "Hause" zu gleiten. Zusätzlich kann er sogar die Windkomponente hinzurechen (Gegenwind oder Rückenwind). Das kleine LCD-Variometer funktioniert ähnlich wie das normale Variometer. Es ist noch präziser als das normale Variometer und zeigt auch die durchschnittlichen Steigwerte an, die sich aus der Steigezeit und der Höhe ergeben. Bsp.: Ein Flugzeug steigt von 1000m auf 2000m innerhalb von 3min und 20sek. Der durchschnittliche Steigwert beträgt also 5 m/s.
Funkgerät
Das Funkgerät (nicht abgebildet) dient zur Kommunikation während des Fluges mit einer Bodenfunkstelle oder einem anderen Flugzeug. Die Übertragung der Wellen findet im VHF Bereich statt (Very high frequency 30 - 300MHz). Dies entspricht einer Wellenlänge von 1 - 10 m! Der Flugfunk spielt sich im Bereich von 117.95 MHz bis 137.00 MHz ab. Die Ausbreitung der Wellen erfolgen "quasi optisch", d.h. ein guter Empfang ist nur gegeben, wenn sich keine Hindernisse auf der Erdoberfläche befinden die die Wellen abschirmen.
Ausklinkvorrichtung
Durch Ziehen an dem gelben Griff (unten ganz links) wird die Schleppkupplung des Seglers geöffnet und das Seil wird ausgeklinkt. Vergleichbar ist es mit einem Karabinerhaken der geöffnter wird.
Bremsklappen
Durch Betätigen des blauen Bremsklappenhebels (nicht abgebildet) werden auf den Tragflächen des Flugzeuges Schubladenartige Klappen ausgefahren die dazu dienen, den Auftrieb am Flügel gezielt kaputt zu machen. Dies tut man, um sicher und platziert landen zu können da die Segelflugzeuge durch ihre dünnen Profile eine sehr hohe Gleitzahl und Leistung besitzen. Man beeinflusst damit den Gleitwinkel des Flugzeugs um auf der Landebahn nicht zu weit hinten zu landen (zum Beispiel auch bei einer Außenlandung muss man sehr präzise landen, da es hier immer auf einen Acker geht, der meistens nicht so große Ausmaße besitzt wie der Flugplatz).
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