Höhenflüge jäh gestoppt

Nachruf: LSV Weinheim trauert um seinen Fluglehrer und erfolgreichen Streckenflieger Michi Black

Weinheim/Handschuhsheim. Der Luftsportverein Weinheim trauert um einen seiner erfolgreichsten Segelflieger. Am letzten Freitag verstarb nach einer unheilbaren Krankheit mit 54 Jahren der beliebte Fluglehrer Michael Black.

Der „Michi“ wie er auf dem Weinheimer Segelflugplatz von seinen Kameraden genannt wurde, wuchs förmlich auf dem Segelflugplatz auf der Weinheimer Altau auf. Schon sein Vater Heiner war begeisterter Segelflieger. Schon ab dem 14. Lebensjahr lernte so auch Michi Black das Segelfliegen. Sein erster Segelflugstart war am 2. August 1971 mit dem Bergfalken und Fluglehrer Volker Kleinhuber. Auch die Fluglehrer Franz Schork, Theo Heckmann und Kurt Ehmann förderten den jungen Piloten.

 

Michi Black ... 

 

Blacks Talent wurde schnell sichtbar: Nach nur 35 Starts – normal sind 50 bis 60 – startete er 1971 seinen ersten Alleinflug mit der Rhönlerche und schaffte die A-Prüfung. In den folgenden Jahren waren auch die B- und C-Prüfungen kein Hindernis für diesen hochbegabten Segelflieger, der sich schnell zum begeisterten Streckenflieger entwickelte. 1975 legte er die 50-Kilometer-Strecke zurück und ein Jahr später flog er mit der Ka 6 sein erstes 300-Kilometer-Dreieck.

Auch mit dem Drachen unterwegs

Höhepunkt seiner sportlichen Fliegerei war das 750er Diplom der FAI, das er 2006 am 7. Juni mit einem Dreiecksflug von 753,9 km auf der LS 8 von Weinheim aus schaffte. Michi Black suchte immer auch neue fliegerische Herausforderungen. Als in den 80er Jahren die Drachenfliegerei aufkam, war er mit seinem neuen Fluggerät im Schriesheimer Drachenfliegerclub aktiv. 1982 schaffte er mit 83 km den weitesten Flug im deutschen Flachland, 1983 das 50-Kilometer-Dreieck in zwei Stunden und den ersten 100-Kilometer-Zielstreckenflug von Schriesheim nach Crailsheim. 1990 eroberte er sich den 100-Kilometer-Geschwindigkeitsrekord im Dreieck und 1991 stellte er am 28. Juli den nationalen Rekord auf 254 km. Seinen kurzzeitigen intensiven Ausflug mit dem Drachen, mit dem er auch viele LSV-Sommerfeste bereichert hat, beendete Michi 1995.

1998 ließ sich der zweifache Vater beim Baden-Württembergischen Luftfahrtverband (BWLV) zum Fluglehrer ausbilden. „Die Qualität seiner Fliegerei vor allem im Leistungssegelflug, und seine Motivation seine Kenntnisse an Jüngere weiterzugeben, war im LSV überragend“, stellte Fluglehrer Kurt Ehmann immer wieder fest. Bei vielen Jugendlagern des BWLV in Weinheim war Black ein gefragter Fluglehrer, der als Frohnatur bei den Jugendlichen sehr beliebt war. Über 2400 Flugstunden sind bei knapp 3000 Starts in seinem Flugbuch aufgezeichnet.

Weit mehr als nur ein Hobby ...

Darüber hinaus organisierte Michi Black das Flugprogramm bei den Sommerfesten. „40 Jahre aktive LSV-Mitgliedschaft haben nachhaltige Spuren in unserem Verein hinterlassen. Die Fliegerei hatte ihn einfach gepackt und ihm unvergessliche Stunden im Kreise sein Fliegerkameraden gebracht. Die LSV-Segelfliegerfamilie wird unseren Michi stets als großes Vorbild in Erinnerung behalten“, sagte LSV-Vorsitzender Hans-Peter Gai. Am Samstag, den 04.02.2012 fand die Beerdigung auf dem Friedhof in Handschuhsheim statt. pfr. 

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 03. April 2012 )