Flugausbildung

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung beinhaltet einen praktischen und einen theoretischen Teil. Die 10 ehrenamtlichen Fluglehrer des LSV kümmern sich abwechselnd an den Wochenenden von Ostern bis Oktober um die praktische Ausbildung, die sich grob in 3 Abschnitte untergliedert:

1. Schulungsflüge mit Fluglehrer (A-Schüler)

Die anfänglichen Flüge mit Lehrer vermitteln einen ersten Eindruck, welche Steuereingaben für sichere Starts und Landungen sowie das Ausnutzen von thermischen Aufwinden nötig sind. Die Steuerelemente von Schüler und Lehrer (Knüppel und Pedale) sind fest miteinander gekoppelt, wodurch der Schüler am Anfang die richtigen Steuereingaben lernt und nach und nach übernimmt. Der Flugschüler sitzt dabei auf dem vorderen Sitz, der Fluglehrer auf dem hinteren. Im Verlauf der Ausbildung folgen einfache Steuerübungen in der Luft, bis hin zum sicheren Start und einwandfreier Landung. Nach 60-90 Starts steht meist der erste Alleinflug an, bei dem der Schüler unter Aufsicht vom Boden 3 Platzrunden fliegt. Die Fluglehrer entscheiden, wann man soweit ist.

2. Schulungsflüge ohne Fluglehrer (B-Schüler)

Nachdem der bekannte Schulungsdoppelsitzer einige Zeit alleine geflogen wurde, sammelt der Flugschüler erste Erfahrungen in einsitzen Flugzeugen des Vereins. Die Fluglehrer haben dabei weiter die Aufsicht und geben Tipps über Funk. In dieser Phase übt der Schüler weiter das Nutzen der Thermik und wird auf seinen ersten Überlandflug vorbereitet.

3. Überlandflug (C-Schüler)

Nun steht der Überlandflug von 50 km an. Auch dies wird zunächst mit Fluglehrer trainiert, bevor der Schüler ihn später alleine bewältigen muss. Ist die theoretische Prüfung bestanden und der 50 km Flug geschafft, steht der praktischen Prüfung nichts mehr im Wege.

Im Winter findet der Theorieunterricht durch unsere ehrenamtlichen Fluglehrer statt. Er teilt sich in folgende Fächer auf:

  • Luftrecht und Flugsicherungsverfahren
  • Menschliches Leistungsvermögen
  • Meteorologie
  • Kommunikation
  • Grundlagen des Fliegens
  • Betriebsverfahren
  • Flugleistung und Flugplanung
  • Allgemeine Luftfahrzeugkunde
  • Navigation

Dazu kommt noch ein Flugfunk-Lehrgang, welcher gegen eine geringe Gebühr von einem Fluglotsen durchgeführt wird.

Ist auch der theoretische Teil und der Flugfunk-Lehrgang mit einer erfolgreichen Prüfung abgeschlossen, darf der Flugschüler sein Können bei einem Prüfungsflug mit einem externen Prüfer unter Beweis stellen. Sind alle Prüfungen bestanden, ist die Ausbildung beendet und der Flugschüler darf nun mit Luftfahrerschein als eigenverantwortlicher Segelflugpilot mit den Flugzeugen des LSV den Himmel erobern.

Nach der Ausbildung zum Segelflugpiloten gibt es verschieden Möglichkeiten. Einige knüpfen direkt beim Überlandflug an und fliegen große Strecken mit unseren Leistungsflugzeugen. Andere sammeln möglichst schnell Flugstunden, um mit der Ausbildung für den Kunstflug beginnen zu können (Loopings, Rollen, Rückenflug, etc.).

Alternativ gibt es die Möglichkeit, seine Lizenz um den Motorsegler zu erweitern und, wie mit einem Motorflieger, Deutschland und Europa zu erkunden.

Schulungsbetrieb

Der Flugbetrieb beginnt Samstags um 12:00 Uhr und Sonntags um 10:00 Uhr. Gemeinsam werden die Segelflugzeuge an den Startplatz geschoben, Checks nach einer Klarliste durchgeführt und die für den Flugbetrieb erforderlichen Fahrzeuge aus den Garagen gefahren.

Auch wenn es nicht direkt ersichtlich ist: Segelfliegen ist ein Teamsport! Viele helfende Hände und Einsatz sind notwendig, damit ein Segelflugzeug sicher starten kann. Befinden sich die Flugschüler gerade nicht in der Luft oder sind mit der Flugvorbereitung beschäftigt, helfen sie, den Flugbetrieb aufrecht zu erhalten. Das bedeutet, Flugzeuge von der Landebahn zurück an den Startplatz zu schieben, Seile für den Windenstart auszuziehen oder einer Kammeradin oder einem Kameraden beim Start behilflich zu sein.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Bei entsprechendem Engagement kann der Flugschüler schon gegen Ende der ersten Saison unter Aufsicht allein fliegen. Die Luftfahrerschein-Prüfung kann normalerweise nach 2-3 Jahren abgelegt werden.

Ist Segelfliegen teuer?

Der Luftsportverein hat eine gestaffelte Gebührenordnung. Je mehr Arbeitseinsatz für den Verein geleistet wird, um so günstiger werden die Fluggebühren. Dadurch wird Segelfliegen beim LSV zu einem erschwinglichen Hobby für alle. Im Anschluss sind drei Rechenbeispiele für einen Vereinsbeitritt mit anschließender Flugsaison. Der Betrag für die flugmedizinische Untersuchung kann dabei je nach Arztpraxis variieren und die Anzahl der Flugstunden und Windenstarts sind Erfahrungswerte die individuell unterschiedlich sein können.

Wie viel Zeit muss man investieren?

Segelfliegen ist ein Teamsport, den man nicht ohne die Mithilfe anderer ausführen kann. Wer am Flugbetrieb an den Wochenenden teilnehmen möchte, sollte vom Anfang bis zum Ende (ca. 19:00 Uhr) dabei sein.

Dienstags findet immer der „Bauabend“ statt. Dabei werden die Flugzeuge gewartet und das Gelände und die Gebäude in Stand gehalten. Beim Bauabend kann man sich die Stunden erarbeiten, die das Fliegen günstiger machen. Aber auch außerhalb des Bauabends gibt es genügend Möglichkeiten, Baustunden zu erarbeiten. Ab der zweiten Saison wird man zu fünf bis sechs Diensten beim Flugbetrieb eingeteilt.

Kontakt

Du hast Fragen? Ausbildungsleiter Timo Bardelli beantwortet sie!